Warum so viele Entlassungen?
Die
Wirtschaft geht weder in der Schweiz noch anderswo besonders gut, trotz der von
fast allen angepriesenen „Liberalisierungen“ in Richtung der so genannten Globalisierung. Die Zahl der Arbeitslosen
steigt, nicht nur in der Schweiz. Auf diesen Widerspruch aufmerksam gemacht
pflegen Wirtschaftsexperten jeweils fast einhellig zu antworten, die
Liberalisierung, das heisst der Abbau von Grenzen, Zollschranken, Gebühren,
versteckten Handelshemmnissen usw. erfolge eben zu spät, zu langsam und zu wenig radikal. Man wirft der Schweiz
zum Beispiel vor, sie habe deswegen in den Neuzigern nur ein minimales
„Wachstum“ (des Bruttosozialprodukts? einwanderungsbedingt auch der
Bevölkerung?) gehabt.
Ich
bin kein Wirtschaftsexperte. Aber man könnte die Sache auch anders herum lesen! Von der Logik des zeitlichen Ablaufs
her trifft dieses andere Lesen sogar weit eher die Wahrheit: ist es nicht gerade
diese „ein-einziger-Weltmarkt-Ideologie“, welche das wirtschaftliche Elend erst
herbeiführt? Trotz geringem wirtschaftlichem Wachstum und einer angeblichen „Wachstumsschwäche“
hatte die Schweiz in den Neunzigerjahren nämlich eine kleine Arbeitslosenzahl,
kleiner jedenfalls als die der meisten europäischen Länder. Schliesslich ist es
nicht die Aufgabe einer Volkswirtschaft, ein möglichst grosses Wachstum des
Bruttosozialprodukts zu erzielen, sondern möglichst dem ganzen Volk ein Auskommen, Arbeit und Brot zu verschaffen!
Wegen des herrschenden Globalismus ist ja keine Regierung mehr in der Lage, eine
echte Volkswirtschaftspolitik zu betreiben, die diesen Namen auch verdient -
ganz abgesehen von der unökologischen Verlängerung der Transportwege! Stattdessen
gelten nur noch betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte grosser multinationaler
Unternehmen, und die wirken sich nicht im tatsächlichen Interesse der
jeweiligen Völker aus! Die andauernde Verteufelung eines angeblichen
Protektionismus geht wahrscheinlich daneben! Eine Wirtschaftspolitik, die „Wachstum“
maximalisieren will, endet dann notwendigerweise in einer Reihe von Rezessionen.
Was
wir brauchen, ist eine stabile Wirtschaft. Die ist allerdings nur mit einer
harmonischen Bevölkerungsentwicklung zu haben! Eine solche ist nur möglich ohne
Masseneinwanderung und mit einer Geburtenziffer, welche die Erhaltung der
Volksubstanz gewährleistet und so deren Altersversorgung sicherstellt.
Beide
Bedingungen sind zur Zeit weder für die Schweiz noch für das übrige Europa
erfüllt. Wir stehen ökonomisch und demografisch vor der paradoxen Situation,
dass wir zwar eine extrem niedrige Geburtenziffer haben, aber unsere Lehrlinge
(und auch Jungakademiker!) dennoch Mühe bekunden, eine Stelle zu bekommen. Das
zweite Paradox besteht darin, dass fast überall darüber geklagt wird, die
Berufstätigen hätten für immer mehr Rentner aufzukommen, die so genannte
„Wirtschaft“ sich aber darauf kapriziert, immer mehr ältere Arbeitnehmer
vorzeitig, das heisst vor Erreichen des Rentenalters und gegen ihrem Willen in
Rente zu schicken oder einfach zu entlassen. Dafür stellen sie lieber junge
Ausländer ein! Trotz der wachsenden Zahl von Arbeitslosen ist die normale
Einwanderung (also nicht von Asylsuchenden!) nämlich nicht etwa zurückgegangen,
sondern hat sich sogar beschleunigt! Das sture Festhalten an der verfehlten
Einwanderungspolitik hat zu einer demografisch völlig verfahrenen Lage geführt!
Dass die Situation sozialpolitisch
voller Sprengkraft ist, sei nur am Rande vermerkt.
Auch
wird der Tatbestand von den meisten grossen Medien nicht etwa kritisiert,
sondern das Gegenteil ist der Fall: die werden nicht müde zu betonen, die
Schweiz brauche (wegen des Geburtendefizits!) Einwanderung, und das obschon die
jungen Leute im eigenen Land keine Lehrstellen mehr finden! Mit andern Worten: was
die Medien zur objektiv völlig verfahrenen Lage herauslassen, ist wirr,
inkohärent und widersprüchlich. Offenbar haben sie sich stur und unberührt von
den Nachrichten von der Front auf die Gleichung eingeschossen: Einwanderung ist
gut, wer sich dagegen wendet, ist böse und ein Fremdenhasser, und dies obschon
die Weiterführung einer solchen Politik zum Untergang des eigenen Volks führen
muss!
Der
durch die Einwanderungspolitik angeblich erzeugte Wohlstand war ein
Pseudowohlstand, der hauptsächlich durch den Verzicht auf eigene Kinder zu
Gunsten des Imports fixfertig ausgebildeter Arbeitskräfte aus dem Ausland zu
Stande kam. Jetzt wird uns die Zeche präsentiert! Sie ergibt sich u. a. aus der
übergrossen Zahl alter Leute, die zu versorgen sind, vermehrt durch Fremdarbeiter,
die eben auch alt werden. Keine Gesellschaft kann nämlich auf die Länge
überleben, ohne auf den eigenen Nachwuchs zu achten.
Jean-Jacques Hegg (Gemeinderat)